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Krebs behandeln

Revolution in der Brustkrebs-Therapie - Neues Medikament verkleinert den Tumor um 50%

 

 

Zur schlimmsten Frauenkrankheit des neuen Jahrtausends hat sich der Brustkrebs - Mamma-Karzinom genannt - entwickelt. Jede neunte Deutsche ist bereits davon betroffen, jährlich kommen derzeit 45000 neue Erkrankungen hinzu.

Zwei Drittel der Patientinnen werden von der Diagnose nach den Wechseljahren getroffen. Dabei bildet sich bei 75 % von ihnen ein Krebstumor in der Brust, der von den weiblichen Sexualhormonen Östrogen und Gestagen gesteuert wird. Man spricht von einem hormonrezeptorpositiven Tumor. Bisher behandelte man die Geschwulst mit Antiöstrogenen und/oder mit einer Chemotherapie. Gerade bei der letztgenannten Behandlungsmethode sind die Nebenwirkungen bekanntermaßen enorm.

Nun scheint der Forschung ein weiterer Erfolg im Kampf gegen den Krebs gelungen. Eine Tablette ist der erste Vertreter der neuentwickelten, sogenannten oralen steroidalen AromataseInaktivatoren. Ihr Wirkstoff Exemestan blockiert - auf Dauer - die Aktivität des körpereigenen Enzyms Aromatase. Dadurch wird die Umwandlung von Antrostendion zu Östrogen im Körper der Frau verhindert. Die Folge: Schon nach zwei bis drei Tagen Einnahmezeit (1 x täglich 25 Milligramm Exemestan) sinkt die verbliebene Östrogenproduktion bei Frauen nach den Wechseljahren um 90%. Der Tumor wächst nicht mehr oder er bildet sich gar zurück.

Eine Vergleichsstudie von 769 Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs, der im Körper bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hatte, bewies: Selbst wo eine Therapie mit Antiöstrogenen und/oder Chemotherapie erfolglos war, half die Verabreichung von täglich 25 Milligramm Exemestan. Die Überlebensrate der Patientinnen erhöhte sich um 23 % gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden. Bei mehr als einem Drittel der Frauen wurde das Fortschreiten der Krankheit gestoppt, teilweise konnte sogar eine Rückbildung der Tumore erreicht werden. Auch die Verträglichkeit erwies sich als weitaus besser, als bei bisher eingesetzten Medikamenten. Es kam zu weniger Kopfschmerzen oder Übelkeit, Gewichtszunahmen waren um mehr als die Hälfte seltener.

Die gute Verträglichkeit - verbunden mit der einfachen Einnahme in Tablettenform - lassen den AromataseInaktivator zu einem der interessantesten, hormonell wirksamen Arzneimitteln bei der Behandlung von Brustkrebs werden. Selbst zur Vorbeugung könnte die Tablette eingesetzt werden, da sich Antiöstrogene aufgrund ihrer zum Teil erheblichen Nebenwirkungen wie Thrombose oder Gebärmutterkrebs dafür als nicht geeignet erwiesen haben.

So sieht auch der Leiter der Vergleichsstudie, Professor Manfred Kaufmann aus Frankfurt, in der neuen Tablette eine der wichtigsten hormonellen Behandlungsmöglichkeiten des fortgeschrittenen Brustkrebses. Und damit einen großen Hoffnungsschimmer für viele tausend an Mammakarzinom erkrankte Frauen.

 

 

 


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