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Krebs behandeln

Neuer Wirkstoff revolutioniert die Darmkrebs-Therapie

 

Es wird leichter -
     neuer Wirkstoff
                 revolutioniert die Darmkrebs-Therapie

Das haben sich Betroffene schon lange gewünscht: Endlich wieder freier und unabhängiger zu leben. Mit einer Therapie, die auch zu Hause durchgeführt werden kann, unabhängig von Schläuchen, Ports und dem ganzen Drum und Dran im Krankenhaus. Für viele Darmkrebs-Patienten wird dieser Wunsch nun Wirklichkeit - in Tabletten-Form wird eine Therapie ermöglicht, die quasi überall (auch im Urlaub etc.) durchgeführt werden kann.


Die Entstehung von Darmkrebs

Häufig entwickelt sich Darmkrebs aus sogenannten gutartigen Polypen, die später "bösartig" entarten können. Zunächst kommt es zu einer zwar krankhaften, aber "gutartigen" Störung: Ein Tumor entsteht und dehnt sich aus. Das allein ist jedoch noch kein Krebs - aber der Tumor kann bei völlig unkontrolliert verlaufendem Zellwachstum zum Kolon-Karzinom (Darm-krebs) im Dickdarm (Kolon) oder zum Rektum-Karzinom im End-/Mastdarm (Rektum) werden.
Wahrscheinlich wird die Erkrankung durch eine genetische Veränderung ausgelöst, die der Körper nicht mehr selbst korrigieren kann. Was genau der Auslöser ist, weiß man allerdings nicht. Vermutet wird auch ein Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten. Manches deutet darauf hin, dass bei faserstoffreichen und fettarmen Speisen sowie geringem Verzehr von rotem Fleisch seltener Darmkrebs entsteht. Geringe körperliche Bewegung sowie Alkohol- und Tabakkonsum scheinen dagegen nachteilig zu sein. Aber dafür gibt es nur Indizien, keine wirklich schlüssigen Beweise.
Sollte eine genetische Veranlagung bestehen, helfen auch keine Vorbeugemaßnahmen. Es erscheint jedoch sinnvoll, Verwandte von Darmkrebs-Betroffenen - vor allem Kinder und Enkel - rechtzeitig auf Früherkennungsuntersuchungen aufmerksam zu machen. Damit kann ein vielleicht entstehender (vererbter) Darmkrebs frühzeitig entdeckt werden.
Denn schließlich erkranken in Deutschland etwa 50.000 Menschen jährlich an dieser heimtückischen Krankheit. Die Wahrscheinlichkeit steigt ab dem 45. Lebensjahr, und es trifft Frauen häufiger als Männer. In Europa werden jährlich zirka 190.000 Erkrankungen an kolorektalen Karzinomen gezählt. Schätzungen zufolge wurden im Jahr 2000 weltweit mehr als 780.000 Fälle von Dickdarmkrebs diagnostiziert. Durch diese hohe Patientenzahl weiß man weltweit sehr viel über den Verlauf der Krankheit, so dass im Lauf der Jahrzehnte verschiedene Therapien entwickelt werden konnten.

Darmkrebs ist angreifbar

Heute werden Tumore entweder durch Operationen, durch Strahlen oder medikamentös (z. B. Chemotherapie) behandelt. Ziel jeder Behandlungsmethode ist stets, die wuchernden Tumorzellen in ihrem Wachstum zu stoppen - das soll durch Herausoperieren, durch aggressives Bestrahlen oder durch chemische Angriffe auf die Zellteilung erreicht werden.
Medikamentös wird Darmkrebs seit 40 Jahren am häufigsten durch Chemotherapien behandelt, die recht erfolgreich - für den Behandelten aber durch häufige Praxisbesuche und das Legen von Infusionen oder regelmäßigen Injektionen sehr unbequem sind. Die Wirkstoffe in den einzelnen Medikamenten greifen die Tumorzellen an und sollen sie daran hindern, unkontrolliert weiter zu wachsen.
Um effektiv gegen die Tumorzellen vorzugehen, müssen die eingesetzten Medikamente sehr wirkstark sein. Folglich können auch unerwünschte Wirkungen und Schädigungen gesunder Zellen auftreten. Häufige Arztbesuche und stundenlange Infusionssitzungen, oft mit heftigen Nebenwirkungen verbunden, erschweren die Behandlung für den Patienten. Es kann zu einem dramatischen Verlust an Lebensqualität kommen.

 

Forschung mit bahnbrechendem Erfolg

Wunschziel bei der Entwicklung fortschrittlicher Arzneimittel ist es daher stets, deren Wirksamkeit zu steigern, die unerwünschten Nebenwirkungen weitgehend auszuschalten und den Betroffenen die Anwendung oder Einnahme von Medikamenten maßgeblich zu erleichtern.
Dieser Wunschvorstellung ist man nun ein großes Stück nähergerückt - eine neue Therapie revolutioniert das Behandlungsge-schehen:
Entwickelt wurde das erste Medikament in Tablettenform, das zur Bekämpfung gegen Darmkrebs erfolgreich eingesetzt werden kann. Obwohl es so einfach wie Schmerztabletten einzunehmen ist, bekämpft es die Tumorzellen höchst effektiv und erzeugt darüberhinaus relativ wenige Nebenwirkungen! Diesen Effekt erzielt das Medikament durch einen Umweg, der zwar etwas kompliziert klingt, aber gerade deshalb unbestreitbar durchgreifend wirkt: Der tumorhemmende Inhaltsstoff 5-Fluorouracil wirkt vorwiegend im Tumorgewebe selbst, indem er durch körpereigene Umbauprozesse aktiviert wird. Quasi "von innen heraus" wird der Tumor bekämpft.
Nach der Einnahme der Tabletten werden die Wirkstoffe vollständig vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen und in der Leber zum ersten Mal umgewandelt. Diese geänderte Substanz wird anschließend mit dem Blutstrom im Körper verteilt und gezielt in die Tumorzellen geschleust. Sie wirkt dort, wo sie wirken soll - direkt innerhalb des Tumors. Eine Meisterleistung der Forscher!

Enzyme entlarven

Fragt man sich nun, woher das Medikament "weiß", welches die entarteten und zu bekämpfenden Tumorzellen sind, dann beruht die Antwort auf "einer größeren Ansammlung eines Enzyms". Denn in bestimmten Tumoren, so auch bei Darmkrebs, ist weitaus mehr des Enzyms "Thymidinphosphorylase" in den Zellen enthalten, als in gesundem Gewebe. Eine Ballung dieses Enzyms entlarvt den Tumor und macht ihn somit gezielt angreifbar.
Daraus abzuleiten ist ein weiterer positiver Effekt: Vom Tumor nicht befallenes Körpergewebe wird von negativen Nebenwirkungen weitgehend verschont. Dies wiederum führt zu einer sehr guten Verträglichkeit des Medikamentes, das mindestens ebenso wirksam ist wie die besten der bisher üblichen Verfahren.

 

Zukunft mit neuem Lebensgefühl

Am schönsten für die meisten Patienten ist es - so zeigen alle Patientenbefragungen - dass die Therapie einfach und unkompliziert zu Hause oder unterwegs durchgeführt werden kann. Bei guter Verträglichkeit und beeindruckenden Erfolgen. Praxisbesuche und Krankenhausaufenthalte können deutlich reduziert werden, anstatt der häufigen "Fesselung an Infussionen", werden mehr Freiheit und Lebensgefühl geboten. Besonders willkommen ist es, im Alltag wieder mittel- und langfristig planen zu können, weil medizinischer Termindruck kaum noch in die Abhängigkeit zwängt.

Das Maß an persönlichem Freiraum steigt. Es macht wieder Freude, ein Stück vorauszudenken.

 
 


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