Regine Hildebrandt kämpfte gegen den Brustkrebs. Als eine Tumorklinik, die Robert Rössle Klinik in Berlin, sie fragte, ob sie über ihre Erfahrungen vor Krebspatienten sprechen würde, sagte sie sofort zu. Sie war ein Vorbild, weil sie nicht - wie viele andere von Krebs betroffene - in Passivität verfiel. Im Gegenteil: Offensiv ging sie mit ihrer Krankheit um, hilfreich auch für viele Mitleidende. Als sie vor vier Jahren an Brustkrebs erkrankte, und ihre Brust amputiert wurde, setzte sie ihre Popularität ein, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen.
Den Zeitpunkt verpasst Die Krankheitsgeschichte von Regine Hildebrandt ähnelte der, vieler an Brustkrebs erkrankten Frauen: Als Ministerin hatte sie einen vollen Terminplan, die Abstände zwischen den einzelnen Vorsorgeuntersuchungen wurden immer größer. Ersten Anzeichen ging sie nicht gleich nach. Als akute Probleme auftraten, war es bereits zu spät.Eine knappe Woche, nachdem ihr eine Brust amputiert wurde, gab Regine Hildebrandt wieder eine ganz gewöhnliche Pressekonferenz als Sozialministerin. Unter dem Motto "Ran an die Arbeit" entwickelte sie ihre persönliche Bewältigungsstrategie.
Man fragt sich, woher Regine Hildebrandt die Kraft nahm, so offensiv mit ihrer Krankheit umzugehen? "Wichtig ist", so erklärte die ehemalige brandenburgische Sozialministerin einmal, "sich in kritischen Situationen auf das zu besinnen, was einem im Leben geholfen hat". So kannte sie ihre Energiequellen gut: An erster Stelle stand die Familie und an zweiter die Musik. Regine Hildebrandt starb im Alter von 60 Jahren. Über ihren Tod hinaus wird das Engagement und die Courage der früheren brandenburgischen Sozialministerin gewürdigt. Mit ihrer beharrlichen Arbeit half sie unzähligen Menschen und weckte neue Hoffnungen: Politisch, sowie im Rahmen ihrer Unterstützung für krebskranke Menschen. | 
| Regine Hildebrandt | | 26.04.1941 | in Berlin geboren | 1959 - 1964 | Studium der Biologie in Berlin | 1968 | Promotion | seit 1961 | Chorsängerin der Berliner Domkantorei | 1964 - 1990 in leitenden Positionen in der Arzneimittelforschung tätig 1989 Engagement in der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt",Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei der DDR
1990 April bis August Ministerin für Arbeit und Soziales in der ersten frei gewählten Regierung der DDR; Wahl in den SPD-Bundesvorstand
September 1990 bis September 1999 Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg
Dezember 1999 und November 2001 erneute Wahl in den SPD-Parteivorstand
Im März 2001 wurde Regine Hildebrandt das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Am 26. November 2001 ist Regine Hildebrandt nach langer und schwerer Krankheit verstorben.
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